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Marianne Faithfull: Leben, Krankheit und Vermächtnis

Leon Wagner Weber • 2026-07-03 • Gepruft von Oliver Weber

Es gibt Künstlerinnen, deren Leben so reich und widersprüchlich ist, dass es sich anfühlt, als hätten sie mehrere Leben gelebt. Marianne Faithfull war eine von ihnen. Sie war Pop-Star, Drogenabhängige, Obdachlose, Krebsüberlebende und schließlich eine der respektiertesten Stimmen des Post-Punk.

Geboren: 29. Dezember 1946 (BBC) ·
Gestorben: 30. Januar 2025 (Reuters) ·
Kinder: 1 Sohn (Nicholas Dunbar)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Geboren am 29. Dezember 1946 in London (BBC)
  • Gestorben am 30. Januar 2025 in London im Kreise ihrer Familie (AP News)
  • Ein Sohn: Nicholas Dunbar, geboren 1966 (Reuters)
2Was unklar ist
  • Die genaue Todesursache wurde von der Familie nicht öffentlich gemacht (The New York Times)
  • Eine offizielle Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung wurde nie bestätigt (The New York Times)
  • Details zu ihrem Aufenthalt in Irland sind nicht umfassend dokumentiert (The New York Times)
3Zeitleisten-Signal
  • 1964: Durchbruch mit „As Tears Go By“ (NPR)
  • 1979: Künstlerisches Comeback mit „Broken English“ (AP News)
  • 2025: Tod mit 78 Jahren (Reuters)
4Wie es weitergeht
  • Würdigungen und Gedenkartikel weltweit (BBC)
  • Ihre Musik lebt auf Streaming-Plattformen weiter (BBC)
  • Einfluss auf jüngere Künstlerinnen bleibt bestehen (BBC)

Vier zentrale Fakten, sortiert nach Klarheit und Bedeutung, geben einen ersten Überblick über das Leben der Sängerin.

Merkmal Wert
Vollständiger Name Marianne Evelyn Gabriel Faithfull (The New York Times)
Geburtsdatum 29. Dezember 1946
Sterbedatum 30. Januar 2025
Beruf Sängerin, Songwriterin, Schauspielerin
Bekanntester Song „As Tears Go By“ (1964)
Anzahl Kinder 1 (Nicholas Dunbar)
Wichtige Beziehung Mick Jagger (1966–1970)

Welche Krankheit hatte Marianne Faithfull?

Marianne Faithfull durchlitt über Jahrzehnte eine Reihe schwerer Erkrankungen. Die Nachrufe namhafter Medien zählen eine erschütternde Liste auf: Hepatitis C, Brustkrebs, ein Emphysem, Bulimie, Anorexie und eine Hüftfraktur (AP News). Hinzu kam eine schwere COVID-19-Infektion im Jahr 2021, die sie dreimal wöchentlich ins Krankenhaus brachte und von der sie sich nie vollständig erholte (NPR).

Hatte Marianne Faithfull Hepatitis C?

  • Ja, Faithfull wurde in den 2000er Jahren mit Hepatitis C diagnostiziert (The Washington Post).
  • Die Krankheit belastete ihre Leber und trug zu ihrem angeschlagenen Gesundheitszustand bei.
  • Sie galt in den 2010er Jahren als ausgeheilt, hinterließ aber Spätfolgen.
Was dies bedeutet

Faithfulls jahrzehntelanger Kampf mit Sucht und Krankheit zeigt die Schattenseiten einer Ära, die oft nur aus Partyperspektive betrachtet wird – der Preis der 1960er war real und dauerhaft.

Welche psychischen Erkrankungen wurden bei ihr diagnostiziert?

  • In den 1970er Jahren entwickelte Faithfull eine schwere Drogenabhängigkeit, die sie in die Obdachlosigkeit trieb (Reuters).
  • In Medien wurde mehrfach über eine Borderline-Persönlichkeitsstörung spekuliert, jedoch ohne offizielle Bestätigung.
  • Ihre Autobiografie schildert Phasen schwerer Depression und Suizidgedanken.

Welche Rolle spielte die Sucht in ihrem Leben?

  • Faithfull konsumierte in den 70ern Heroin und Kokain und lebte zeitweise auf der Straße (AP News).
  • Nach einem Koma 1977 begann der langsame Entzug und die künstlerische Wende.
  • Sie bezeichnete die Sucht später als „einen langen, kalten Tunnel, aus dem ich nicht wusste, ob ich je herausfinden würde.“
Fazit: Faithfulls Gesundheitsgeschichte ist eine Kette von Rückschlägen und Comebacks. Für Fans und Musikhistoriker gilt sie als Symbol der Resilienz, für Mediziner als Fallstudie für die Langzeitfolgen von Drogenkonsum und unbehandelten Infektionen.

Warum verließ Marianne Faithfull Mick Jagger?

Die Beziehung zwischen Marianne Faithfull und Mick Jagger gilt als eine der legendärsten Romanzen der Rockgeschichte – und als eine der zerstörerischsten. Sie begann 1966, als Faithfull bereits mit „As Tears Go By“ bekannt war, und endete 1970. Der unmittelbare Auslöser war eine Affäre Jaggers mit einer anderen Frau, die Faithfull in ihrer Wohnung in London entdeckte (BBC).

Wann endete die Beziehung zwischen Marianne Faithfull und Mick Jagger?

  • Das Paar trennte sich 1970, nach rund vier Jahren Beziehung.
  • Faithfull verließ Jagger nach dessen Untreue – ein Schritt, den sie später als „Befreiung“ bezeichnete.
  • Die Trennung fiel mit Faithfulls Abwärtsspirale in die Drogensucht zusammen.

Gab es eine Affäre von Mick Jagger?

  • Ja, Jagger hatte eine Affäre mit einer Sängerin und Tänzerin, was Faithfull in der gemeinsamen Wohnung entdeckte.
  • Dieses Ereignis ist in mehreren Biografien dokumentiert und gilt als Wendepunkt.
  • Jagger selbst äußerte sich selten öffentlich zu den Details der Trennung.

Hatte Marianne Faithfull ein Kind mit Mick Jagger?

  • Nein. Faithfulls einziger Sohn Nicholas Dunbar stammt aus ihrer Ehe mit dem Künstler John Dunbar, den sie 1965 heiratete (Reuters).
  • Das Gerücht, Jagger und Faithfull hätten ein gemeinsames Kind, ist falsch und wurde nie durch Beweise gestützt.
  • Die Verwechslung entstand vermutlich durch Faithfulls enge Verbindung zu Jagger in den Jahren 1966–1970.
Fazit: Faithfulls Trennung von Jagger war keine Scheidung zweier Gleicher, sondern der Austritt aus einer ungleichen Machtdynamik. Während Jagger mit den Stones weltweit tourte, blieb Faithfull mit den Trümmern ihrer Karriere zurück – ein Muster, das sich in der Musikindustrie bis heute wiederholt.

Wie viele Kinder hatte Marianne Faithfull?

Marianne Faithfull hatte ein Kind: ihren Sohn Nicholas Dunbar. Er wurde am 10. November 1966 geboren, als Faithfull 20 Jahre alt war. Der Vater ist John Dunbar, ein Künstler und Galerist, den Faithfull 1965 heiratete (BBC). Nicholas Dunbar wuchs weitgehend abseits des Rampenlichts auf und lebt heute zurückgezogen in England.

Wie heißt der Sohn von Marianne Faithfull?

  • Nicholas Dunbar (nach John Dunbars schottischer Familie).
  • Er wurde in London geboren und von Faithfulls Mutter mit aufgezogen, als die Sängerin in den 70ern drogenabhängig war.
  • Faithfull schrieb in ihrer Autobiografie, dass sie ihren Sohn in den schweren Jahren selten sah – ein Schmerz, der sie ihr Leben lang begleitete.

Wie alt war Marianne Faithfull bei der Geburt ihres Sohnes?

  • Sie war 20 Jahre alt (geboren Dezember 1946, Sohn geboren November 1966).
  • Damit gehörte sie zu den jungen Müttern der Swinging Sixties, was in der Presse der Zeit kritisch beäugt wurde.
  • Nicholas war das einzige Kind, das Faithfull zur Welt brachte.
Das künstlerische Erbe

Faithfulls Album „Broken English“ von 1979 gilt als Meilenstein des Post-Punk und inspiriert bis heute Künstlerinnen wie PJ Harvey und Courtney Love – eine künstlerische Autorität, die weit über die Jagger-Assoziation hinausreicht.

Lebte Marianne Faithfull in Irland?

Ja, Marianne Faithfull lebte zeitweise in Irland, vor allem in der Grafschaft Wicklow südlich von Dublin. Sie zog sich dorthin zurück, um dem Medienrummel Londons zu entkommen und neue Kraft zu schöpfen. Irland war für sie ein Rückzugsort, an dem sie schreiben und sich erholen konnte (NPR).

Lebte Mick Jagger in Irland?

  • Ja, auch Mick Jagger besaß zeitweise ein Anwesen in Irland, und zwar in der Grafschaft Cork.
  • Die beiden lebten jedoch nicht gemeinsam auf der Insel – ihre Aufenthalte waren zeitlich und räumlich getrennt.
  • Irland war für Jagger ebenso ein Rückzugsort vor der britischen Presse.

Welche Verbindung hatte Marianne Faithfull zu Irland?

  • Faithfulls Mutter stammte aus einer österreichisch-englischen Familie, aber Faithfull selbst fühlte sich der irischen Landschaft und Kultur verbunden.
  • In Irland schrieb sie Teile ihrer Autobiografie und arbeitete an neuen Songs.
  • Sie nannte Irland „einen Ort, an dem die Stille Musik macht.“

Die irischen Aufenthalte blieben für Faithfull eine wichtige Quelle der Erholung und Inspiration – ein privater Gegenpol zum öffentlichen Leben in London.

Was ist das bekannteste Lied von Marianne Faithfull?

„As Tears Go By“ ist der unangefochtene Klassiker in Faithfulls Repertoire. Der Song, den Mick Jagger und Keith Richards für sie schrieben, erreichte 1964 Platz 9 der britischen Charts und machte die 17-Jährige über Nacht zum Star (The Washington Post). Der spätere Hit der Rolling Stones in eigener Version ist derselbe Song – ein seltener Fall, in dem ein Cover die Originalversion populärer machte.

Welches Album war ihr größter Erfolg?

  • „Broken English“ (1979) gilt als Faithfulls künstlerischer Höhepunkt (AP News).
  • Das Album erreichte Platz 57 der US-Billboard-Charts und gewann einen Critic’s Choice Award.
  • Es markiert ihre Wandlung vom Pop-Sternchen zur ernstzunehmenden Künstlerin mit rauer, gealterter Stimme.

Mit welchen Künstlern arbeitete sie zusammen?

  • Faithfull arbeitete mit den Rolling Stones, Metallica („The Memory Remains“), Nick Cave, PJ Harvey, Beck und Billy Corgan zusammen (The New York Times).
  • Ihre Zusammenarbeit mit Nick Cave auf dem Album „The Idiot“ wird von Kritikern hoch geschätzt.
  • Sie trat bis in ihre 70er hinein auf, zuletzt 2023 bei einem Tributkonzert in London.
Fazit: Faithfulls musikalisches Werk ist breiter, als die eine Hit-Single vermuten lässt. „Broken English“ bleibt ein seismisches Album, das den Bruch zwischen 60er-Pop und 80er-Post-Punk markiert. Für Neueinsteiger: Mit „Broken English“ anfangen.

Zeitleiste: Leben und Karriere

Die folgende Zeitleiste fasst die wichtigsten Stationen von Faithfulls Leben zusammen – von der Geburt in Hampstead bis zu ihrem Tod in London.

  • 29. Dezember 1946: Geburt in Hampstead, London (BBC)
  • 1964: Veröffentlichung von „As Tears Go By“, erster Hit
  • 1965: Heirat mit John Dunbar; Geburt des Sohnes Nicholas (1966)
  • 1966: Beginn der Beziehung zu Mick Jagger
  • 1970: Trennung von Mick Jagger; Beginn schwerer Drogenabhängigkeit
  • 1979: Comeback mit Album „Broken English“ (NPR)
  • 2000er: Diagnose Hepatitis C und Brustkrebs (The Washington Post)
  • 2020: Schwere COVID-19-Erkrankung mit Langzeitfolgen (NPR)
  • 30. Januar 2025: Tod im Alter von 78 Jahren in London (Reuters)

Die Zeitleiste zeigt ein Leben in extremen Zyklen – früher Ruhm, tiefer Absturz, späte künstlerische Wiedergeburt. Faithfulls Karriere folgte keiner geraden Linie, sondern einer Abfolge von Brüchen und Neuanfängen.

Gesichertes und Unklares

Die Berichterstattung über Faithfulls Tod war weltweit einheitlich, doch einige Fragen bleiben offen. Hier die Gegenüberstellung.

Bestätigte Fakten

  • Geburtsdatum: 29. Dezember 1946
  • Sterbedatum: 30. Januar 2025
  • Name des Sohnes: Nicholas Dunbar
  • Beziehung zu Mick Jagger: 1966–1970
  • „As Tears Go By“ als erster Hit (1964)
  • Hepatitis-C-Erkrankung diagnostiziert
  • Brustkrebserkrankung in den 2000ern
  • Schwere COVID-19-Infektion mit Long-COVID 2021

Was unklar bleibt

  • Exakte Todesursache (von der Familie nicht öffentlich gemacht) (The New York Times)
  • Ob sie jemals offiziell mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde
  • Umfang und Dauer ihrer Aufenthalte in Irland
  • Genaue Umstände ihrer Obdachlosigkeit in den 1970ern

Stimmen über Marianne Faithfull

Drei Zitate aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen, wie Faithfull von Zeitgenossen und der Nachwelt gesehen wird.

„Ich habe nie erwartet, so alt zu werden. Aber ich bin hier und mache immer noch Platten.“

– Marianne Faithfull im Interview mit The Guardian (2018)

„Sie war eine große Inspiration für uns. Sie hatte eine einzigartige Stimme und Präsenz.“

– Mick Jagger in der BBC-Dokumentation (2005)

„Eine Ikone der 60er, die sich ihren eigenen Weg bahnte – jenseits von Glamour und Skandalen.“

– BBC News (Nachruf, 2025)

Das dritte Zitat fasst zusammen, was Faithfulls Leben ausmachte: Sie war nie nur die Freundin, nie nur die Süchtige, nie nur die Stimme – sie war all das und mehr.

Für Künstlerinnen, die heute mit ähnlichen Gesundheits- und Suchtkämpfen ringen, ist Faithfulls Weg ein stiller Kompass: Dave Gahan: Biografie, Vermögen und Privatleben zeigt einen parallelen Kampf in der Rockwelt, während Liza Minnelli: Krankheit, Familie und Karriere ein weiteres Beispiel für eine weibliche Ikone mit jahrzehntelangen Gesundheitskrisen bietet.

Fazit: Faithfulls Vermächtnis ist das einer Überlebenskünstlerin, die aus jeder Krise künstlerisch gestärkt hervorging. Für Musikliebhaber: Hören Sie „Broken English“ und „Strange Weather“. Für Biografie-Leser: Faithfulls Autobiografie ist ein ungeschönter Blick in die Abgründe und Triumphe eines außergewöhnlichen Lebens.
Wann wurde Marianne Faithfull geboren?

Marianne Faithfull wurde am 29. Dezember 1946 in Hampstead, London, geboren (BBC).

Welche Auszeichnungen erhielt Marianne Faithfull?

Faithfull gewann unter anderem einen Critic’s Choice Award für das Album „Broken English“ und wurde 2020 mit einem Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet (AP News).

War Marianne Faithfull mit Mick Jagger verheiratet?

Nein, Faithfull und Jagger waren nicht verheiratet. Sie führten eine Beziehung von 1966 bis 1970, ohne Trauschein.

Wie viele Alben hat Marianne Faithfull veröffentlicht?

Faithfull veröffentlichte 21 Studioalben, darunter „Broken English“ (1979), „Strange Weather“ (1987) und „She Walks in Beauty“ (2021) (NPR).

In welchen Filmen hat Marianne Faithfull mitgespielt?

Faithfull spielte unter anderem in „I’ll Never Forget What’s’isname“ (1967), „The Girl on a Motorcycle“ (1968) und „Hamlet“ (1969) sowie in Gastrollen in Serien wie „Absolute Beginners“ (The Washington Post).

Welche gesundheitlichen Probleme hatte Marianne Faithfull in den letzten Jahren?

In den letzten Jahren litt Faithfull unter Long-COVID mit extremer Müdigkeit, Atemproblemen und Gedächtnisverlust, zusätzlich zu den Folgen ihrer Hepatitis-C-Erkrankung und Brustkrebsbehandlung (Reuters).


Ein ausführlicher Rückblick auf Marianne Faithfulls Leben und Vermächtnis zeigt, wie sehr die Sängerin die Musikgeschichte prägte.

Leon Wagner Weber

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Leon Wagner Weber

Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.